Teltow ist sehr vielseitig. Gerade diese Vielfalt ist es, die die Stadt so lebendig macht. Überzeugen Sie sich davon, dass die städtischen Sehenswürdigkeiten und regionalen Freizeitmöglichkeiten ebenso facettenreich sind. Besonders sehenswert ist Teltows Altstadtkern, den Sie unbedingt näher betrachten sollten! Auf der Spurensuche nach einstiger Ackerbürger-Architektur kann man hier zahlreiche interessante Details entdecken und die architektonische Symbiose aus alt und neu erleben!


Teltows Altstadt

Die Teltower Altstadt ist eine der wenigen märkischen Ackerbürgerstädte um Berlin, die noch fast vollständig erhalten ist. Wenn wir rings um die St. Andreaskirche unterwegs sind, können wir neben his­torischen Denkmalen auch viele wun­derschöne sanierte Häuser mit verwunschenen  Höfen entdecken.

Schauen Sie sich genau um. Sie werden hier zahlreiche klei­ne Details, ty­pische alte Treppen, Toreinfahr­ten oder Türen finden. Seit den 1990er Jahren wurde die Alt­stadt nach und nach saniert.

2007 wurde das Bürgerzentrum eingeweiht. Dadurch konnten am Marktplatz mehrere denkmalge­schützte Gebäude, die so genann­te Kuppelmayrsche Siedlung, erhalten und mit moderner Architektur verbunden werden. Übrigens stammen Teile der Gebäude wahrscheinlich noch aus der Zeit Friedrich Wilhelms. Das erste Haus war dabei das sogenannte „Älteste Haus“ aus dem Jahre 1711. Es befindet sich im Ho­hen Steinweg 13, in dem heute das Hei­matmuseum seinen Sitz hat.

Heimatmuseum

Wenn Sie vor dem denkmalgeschützten Haus im Hohen Steinweg 13 stehen, betrachten Sie unbedingt die Inschriftentafel über dem Eingang. Sie berichtet vom Schicksal dieses Hauses, sowie der Stadt im Jahre 1711. Der Heimatforscher Horst Stürzebecher übertrug den Text in die heutige Schreibweise. „Nachdem das Städtlein Teltow den 16. Juni 1711 nachmittags um 6 Uhr in Zeit von ca. 4 Stunden bis auf 4 Häuser gänzlich in Asche gelegt, hat Herr Johann Christoph Bürger dieses Haus mit guter Leute Hilfe aus dem Grunde neue erbauet, welche Gott lange in Segen setzen wird."

Zum Glück bauten die Teltower das Haus wieder auf. Im Mai 1997 zog das Heimatmuseum hier ein. Wir möchten Ihnen unbedingt einen Besuch des Museums empfehlen! In zahlreichen Exponaten wird dort detailliert Auskunft über Stadt, über Handwerk und Landwirtschaft gegeben. Historische Ausstellungsstücke erzählen vom Leben der Teltower Ackerbürger. Natürlich werden Sie hier auch auf das berühmte Teltower Rübchen stoßen.

Marktplatz

In den 700 Jahren Teltower Stadtgeschichte hat sich Vieles auf dem Marktplatz ereignet. Im Mittelalter hatte das Marktreiben vor allem eine große wirtschaftliche Bedeutung. 1265 erhielt Teltow das Stadtrecht und damit die Erlaubnis, eigene Märkte zu veranstalten. Die geografische Lage war günstig, denn Berlin lag nur einen halben Tagesmarsch zu Fuß entfernt. Die Händler machten in Teltow Rast und boten ihre Waren auf dem Markt feil, bevor sie weiterzogen. Damals besaß der Platz noch eine dreieckige Form. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde er mit einem Teich in seiner Mitte verschönert. Grünflächen ringsherum luden damals die Menschen zum Ausruhen ein. In den 1930er Jahren wurde der Teich entfernt und die Fläche gepflastert. Zur Zeit der DDR gab es dann in der gesamten Altstadt und besonders hier am Markt viele kleine Geschäfte. Der Platz selbst erhielt wieder ein neues Gesicht. Gesäumt von Blumenbeeten, Bäumen und Bänken, zeigte er sich in schlichter Aufmachung. Auch das 1908 errichtete Stubenrauch-Denkmal wich 1974 dem Denkmal für die Verfolgten des Naziregimes. Seit der Wende hat sich auf dem Teltower Marktplatz vieles getan. Gebäude wurden saniert und das Pflaster erneuert. In unmittelbarer Nähe der Kirche und der ehemaligen Schule  ließen sich die obersten Stadtherren am Marktplatz nieder. Die städtische Verwaltung zog ein. Heute dient das einstige Rathaus als Standesamt. Der Stubenrauch-Brunnen bildet seit 1998 wieder den zentralen Blickfang des Platzes.

Stubenrauch-Denkmal

Am 25. Oktober 1908 fand auf dem Marktplatz der Teltower Altstadt die feierliche Enthüllung eines Denkmals statt. Es wurde dem bedeu­tendsten Landrat des Kreises Tel­tow gewidmet. Ernst Le­berecht Hugo Georg Colmar von Stubenrauch, so sein voller Name, initiierte während seiner Amtszeit, vom August 1885 bis zum Januar 1908 zum Beispiel den Bau des berühmten Teltowkanals. Das Denkmal geschaffen vom Bildhauer Prof. Lepcke ist leider nur noch als Fragment erhalten. Die fehlenden Seitenteile, zwei Bronzereliefs in Frauengestalt, stellten ursprünglich die beiden Flüsse Havel und Spree dar. Nach der Wende sprachen sich die Teltower dafür aus, das Denkmal wieder an seinem einstigen Standort aufzustel­len. Und so kehrte Ernst von Stubenrauch im Juli 1998 auf seinen angestamm­ten Platz zurück. Heute wird das Denkmal durch zwei Sitzele­mente und einen Brunnen ergänzt. Eine gelungene Einladung zum Verweilen, finden Sie nicht auch?

St. Andreaskirche

Schauen Sie nur auf die schöne St. Andreaskirche mit dem hohen Turm zwischen den alten Bäumen. Kein Wunder, dass sie ein weithin sichtbares Wahrzeichen unserer Stadt Teltow ist. Das Gotteshaus gilt als ältestes städ­tisches Bauwerk. Ursprüngliche Teile sind nur noch der Grundriss und die Außenmauern aus dem 13.Jahrhundert.  Brandbedingt folgten zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert Neuaufbau und Ver­änderungen im Stil der Zeit. Der preußische Baumeister Karl Fried­rich Schinkel gab der Andreaskirche eine neugoti­sche Form mit klassizistischer Aus­richtung. Doch schon 100 Jahre später musste die Kirche wiederum erneuert werden. Man setzte unter die Kassettendecke ein hölzernes, bunt bemaltes Ton­nengewölbe und an die Westseite eine Orgelempore. Die Orgel stammte von der Firma Alexander Schuke aus Potsdam. Das überlebensgroße Kruzifix stammt vom Tiroler Holzbildschnitzer Franz Tavella und gilt als Hauptzierde des Altarraums. Daran angepasst sind bemalte Flachschnit­zereien an Kanzel, Taufe, Empore und Gestühl, vom zugezogenen Bildhauer August Mattausch. Für die ornamentale Bemalung und farbliche Ausgestaltung konnte der Künstler Professor August Öttken aus Berlin gewonnen werden. Sogar der berühmte Lyonel Feininger hat unsere Kirche verewigt! Auf seinem Gemälde „Teltow II“, können Sie die Ansicht der Kirche bewundern. Das Original hängt übrigens in der Neuen Nationalgalerie in Berlin und ist als Kopie im Teltower Heimatmuseum zu sehen. In den Jahren 2007 bis 2011 wurde nicht nur das Aussehen der Kirche erfrischt, sie erhielt auch drei neue Glocken.

Altes Pfarrhaus

Einen Besuch des aus der Barockzeit stammenden Hauses sollten Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen. Trauen Sie sich in das dunkle Kellergewölbe? Dort befinden sich Ausgrabungen von historischer Bedeutung. Zu sehen ist beispielsweise ein alter Backofen. Im Gemeinderaum können Sie eine Fotoausstellung mit dem Titel „Das alte Teltow vor ca. 100 Jahren“ bestaunen.

Kriegerdenkmal am Zickenplatz

Gleich neben der Andreaskirche liegt der sogenannte Zickenplatz. Früher weideten unweit von hier die sogenannten „Kühe des kleinen Man­nes“. Die Ziegen! Sie wurden von ortsansässigen Handwerkern gehalten. Schauen Sie genau hin, denn dann werden Sie auch heute noch eine Bronzezicke entdecken! In der Mitte des Platzes steht darüber hinaus ein Kriegerdenkmal. Es wurde 1913 anläss­lich der Hundertjahrfeier der Schlacht bei Großbeeren eingeweiht. Entworfen vom Teltower Bildhauer Mattausch, be­steht das Denkmal aus Steinfindlin­gen aus der Mark Brandenburg und dem Harz. Auf dem größ­ten, höchsten Findling, ragt ein grie­chischer Helm. Der Sockel des Denkmals wird von einem runden Schild mit Medusenhaupt geziert. Dieses Symbol ist der griechischen Mythologie entlehnt. Das Haupt der Medusa war ein Attribut der Göttin Athene, Tochter des Zeus. Es stand für den geordneten Kampf zur Verteidigung der Heimat. Hinter dem Schild kreuzten ursprünglich noch ein Schwert und eine Lanze. Diese fielen jedoch den Kriegswehen zum Opfer.

TV-Asahi-Kirschblütenallee am ehemaligen Grenzstreifen

Haben Sie sich schon zwischen den 1.100 Kirschbäu­men erholen dürfen? Diese wachsen heute auf dem ehemaligen Grenzstreifen zwischen Teltow und Steglitz-Zehlendorf. Zu den Bäumen können wir Ihnen eine ganz besondere Geschichte erzählen. Ein japanischer TV-Sender rief 1990 zu einer großen Spendenaktion auf. Es kamen ungefähr 140 Mil­lionen Yen, das sind umgerechnet ca. 1 Million Euro, zu­sammen. Davon wurden mehr als 9.000 Bäume in Berlin und Brandenburg gepflanzt. 1.100 davon kamen auf den ehemaligen Grenzstreifen. Die Kirschblüten sollen, wie nach Tradition der Japaner, Frieden und Ruhe in die Her­zen der Menschen bringen. Jedes Jahr fin­det nun in Teltow unter den blühenden Bäumen das Kirschblütenfest statt. Die Veranstalter, die meist von den Anwohnern unterstützt wer­den, bieten Kaffee und Kuchen, verschiedene Obstweine und kulinarische Leckerbissen an. Wir dürfen Ihnen verraten, dass jedes Jahr im April fernöstliche Atmosphäre, japanische Tänze und traditionel­les deutsches und japanisches Kunst­handwerk viele Besucher anlocken. Schauen Sie doch auch einmal vorbei.

Teltowkanal

Ernst von Stubenrauch trat 1885 als erster bür­gerlicher Landrat des Kreises Teltow sein Amt an. Der bürgernahe Stubenrauch erkannte zum Glück schnell, dass eine neue Wasserstraße südlich von Ber­lin mehrere Probleme lösen konnte. Zum einen könnte so eine neue Wasserader zur einer wirksameren Entwässerung beitragen. Und zum anderen würde sie den Schiffs­verkehr zwischen Elbe und Oder ver­kürzen. Ende 1900 vollzog Kronprinz Wilhelm im Park von Babelsberg den ersten Spatenstich zum Bau der neuen Wasserstraße. Sie bekam den Namen "Teltowka­nal". Der Kanalbau dauerte 6 Jahre. Ganze 12,6 Millionen Kubikmeter Erdmassen wurden bewegt. 42 Lokomotiven und 1.300 Loren wurden dafür benötigt. 3.000 Arbeiter errichteten 55 Wege-, Straßen- und Eisenbahnbrücken, mehrere öffentliche Häfen, ein elektrisches Kraftwerk und die Anlagen für den elektrischen Treidelbetrieb. Am 2. Juni 1906 war es dann endlich soweit: Das Teltower Jahrhunderbauwerk wurde eröffnet. Stellen Sie sich vor: Kein geringerer als Kai­ser Wilhelm II. gab sich die Ehre. Seither ver­bindet der Teltowkanal den als Gli­enicker Lake bezeichneten Teil der unteren Havel mit der Spree ober­halb von Grünau. Dabei führt er durch den Griebnitzsee, das unte­re Bäketal, den Machnower, Schönower- und Teltower See weiter bis nach Steglitz und schließlich durch das Hochgelände zwischen Lankwitz und Britz. Der Güterverkehr auf der Wasserstraße stieg in kurzer Zeit auf 3 Millionen Tonnen. Das Entstehen und Betreiben des Teltowkanals war mit reger Bautätigkeit in seinem Umfeld verbunden. Industrie- und Gewerbezentren schossen wie Pilze aus dem Boden, Straßen- und Schienenwege wurden angelegt, Wohnsiedlungen mit öffentlichen Einrichtungen errichtet. Der Teltowkanal entwickelte sich zur Lebensader. Doch mit dem Ende des zweiten Weltkrieges kam das Aus für Schifffahrt und Treidelbetrieb. Der Teltowkanal wurde streckenweise Landesgrenze und ab 1961 Grenzgebiet. Erst 20 Jahre später wurde ein Teilabschnitt für den Transitverkehr geöffnet. Nach dem Fall der Mauer begannen umfangreiche Arbeiten. Der Schiffsverkehr konnte fortgeführt und ausgeweitet werden. Die Wasserstraße ist heute in ganzer Länge für Sportboote befahrbar. So finden Sie hier Freizeit-Kanalkapitäne auf schmucken Booten. Seit 2011 finden Sie gegenüber der Badstraße direkt am Teltowkanal ein besonders lauschiges Plätzchen. Die dort entstandenen Sitzterassen lassen den direkten Blick auf das Gewässer zu und laden insbesondere Radfahrer und Wanderer zum Ausruhen und Verweilen ein.

Denkmal „Die Forderung“ am Hamburger Platz

Der Standort der Skulptur ist mit Bedacht gewählt und soll an den Volksaufstand vom 17. Juni 1953 erinnern. Gegenüber vom Hamburger Platz befand sich einst das Tor des Dralowid-Werkes. Dort hatte sich an jenem 17. Juni 1953 die Belegschaft versammelt, um ein Forderungsschreiben an den damaligen DDR-Ministerpräsidenten Otto Grothewohl zu formulieren. Laut wurden Forderungen gegen die schlechte Versorgungslage, die stetigen Normerhöhungen und die schlechte Wohnungssituation. Aus Protest wurde die Arbeit niedergelegt. Einen Tag später wurde das Dralowid-Werk von der Volkspolizei umstellt und 25 Arbeiter wurden verhaftet und nach Potsdam gebracht. Daraufhin beschlossen die mutigen Frauen der Belegschaft, erst wieder zu arbeiten, wenn die Kollegen wieder zu Hause sind. Die Staatsmacht beugte sich und gab nach. Die Verhafteten kamen frei. Ein Zeitzeuge hat die Geschichte einer 10. Schülerklasse des Kant-Gymnasiums in Teltow erzählt. Das Thema Volksaufstand wurde im Geschichts- und Kunstunterricht aufgearbeitet. Ein entsprechender Beschluss der Teltower Stadtverordneten gab den Schülern die Möglichkeit, ein Kunstobjekt zu realisieren. Begleitet wurden die Schüler hierbei von dem Geschichtslehrer Gregor Wilkening und dem Berliner Kunstschmied Thorsten Theel. Entstanden ist aus dieser Zusammenarbeit eine Skulptur, die mit ihren gebündelten Stäben zum Ausdruck bringt, dass man durch Gemeinsamkeit Stärke erreicht.

Die Skulptur "Athene" von Markus Lüpertz

Die Skulptur der „Athene“ des international bekannten Künstlers Markus Lüpertz befindet sich auf dem Saskatoon-Platz unweit der Kanada-Allee und verleiht den dort entstandenen Reihen- und Doppelhaushälften im Teltower Mühlendorf seit dem 17.07.2012 einen göttlichen Hauch. Den großen Kopf dem Betrachter zugeneigt, steht die 350 Kilogramm schwere Göttin „Athene“ auf ihrem Sockel. Dabei wirkt sie wenig feminin, die weiblichen Züge sind lediglich erahnbar. Mit muskelbepackten Beinen und einem üppigen Hinterteil, greift sie sich mit ihrer linken Hand an die Brust und scheint zugleich vollkommen gedankenverloren. Allegorisch weist die kleine Eule zu ihren Füßen auf ihre mythologische Bedeutung. Die Bemalung der Bronze erinnert ebenfalls an die griechische und römische Zeit. Markus Lüpertz (geboren am 25.04.1941 in Reichenberg) ist Maler, Grafiker und Bildhauer und zählt zu den bekanntesten deutschen Künstlern der Gegenwart. Seine Werken zeichnen sich durch stetige suggestive Kraft und archaische Monumentalität aus und können größtenteils dem Neoexpressionismus zugeschrieben werden. Dabei beruft er sich in seinen Kunstwerken auf die Gestaltungsprinzipien der kubistischen, expressionistischen und afrikanischen Kunst. Der in Karlsruhe und Düsseldorf tätige Künstler hat seit 2009 sein Atelier in Teltow. Man findet seine Skulpturen größtenteils an bedeutenden Plätzen, wie beispielsweise im Foyer des neuen Berliner Bundeskanzleramtes oder im Bundesgerichtshof in Karlsruhe. 

Erinnerungsstelen am ehemaligen Mauerweg

Realisiert von der Stiftung Berliner Mauer und gefördert durch die Länder Berlin und Brandenburg wurden auf brandenburgischem Territorium entlang des Berliner Mauerweges anlässlich des 50. Jahrestages des Mauerbaus am 13. August 2011 29 Erinnerungsstelen errichtet, mit denen an 50 Todesopfer erinnert werden soll! Die Erinnerungsorte bestehen jeweils aus einem Pfahl, auf dem zwei kurze Texte zum Mauerbau 1961 und zur Zahl der Mauertoten zu lesen sind. Daneben sind ein oder mehrere kleinere Tafeln aufgestellt, auf denen eine kurze Biografie sowie die Fluchtgeschichte des jeweiligen Opfers zu lesen sind. Die Aufstellungsorte sind jeweils möglichst nah an der Stelle, an welcher die Opfer zu Tode kamen. Die Initiatoren des Stelen-Projektes haben auch für die Stadt Teltow unwiderrufliche Orte des Gedenkens geschaffen, die Ihnen als Passanten des Mauerweges die Möglichkeit einräumen, sich an jene mutigen Menschen zu erinnern, die für die Freiheit ihr Leben lassen mussten. Im Gebiet der Stadt Teltow betrifft dies mindestens 6 Menschen. Beispielsweise sind neben einem hohen Pfahl auf zwei Tafeln die Geschichten der Maueropfer Peter Mädler und Karl-Heinz Kube zu lesen.

Ruhlsdorf

Sie sind naturverbunden und mögen lange Spaziergänge an der frischen Luft? Dann schauen Sie sich doch mal in unserem Ortsteil Ruhlsdorf um. Bis zur Eingemeindung in die Stadt Teltow im Jahr 1994 existierte Ruhlsdorf als eigenständiges märkisches Dorf und blickt auf eine gut 700-jährige Geschichte (Ersterwähnung im Jahr 1299) zurück. Heute trägt es mit seinem idyllischen Charakter und seiner waldreichen Natur dazu bei, den Wohlfühlfaktor in der Stadt wesentlich zu erhöhen. Wichtiger Anziehungspunkt ist der Röthepfuhl, entstanden aus einem ehemaligen Teich, der in früherer Zeit zum Flachsrotten verwendet wurde. Heute gilt er als Naturdenkmal. Haben Sie bei Ihrem Spaziergang vielleicht auch die sogenannte sagenumwobene „Bernadotte-Linde“ entdeckt? Um diese und deren Standort ranken sich verschiedene Legenden! Auch finden Sie in unserem Ortsteil den Ruhlsdorfer Eiskeller. Er steht auf dem ehemaligen Gutshof auf der sogenannten „Insel“, die sich inmitten des heute verlandeten großen Teiches befand. Auch das Eis aus diesem Teich sowie die Betreibung des Eiskellers gehören heute zur vielgestaltigen Geschichte des Dorfes. Wussten Sie außerdem, dass die Kirchengemeinde Ruhlsdorf eine der kleinsten Gemeinden im brandenburgischen Teil des Kirchenkreises Teltow-Zehlendorf ist? An der Außenfassade der Dorfkirche finden Sie noch Reste von Putzen aus ihrer Entstehungszeit vor über 700 Jahren. Die Kirche weist sowohl romanische als auch frühgotische Elemente auf. Für Infos zu den Öffnungszeiten und Veranstaltungen sprechen Sie uns bitte an! Wenn Sie also noch nicht dort waren: Auf nach Ruhlsdorf!

Schleuse Kleinmachnow

Am 22. Dezember 1900 er­folgte der erste Spatenstich für den Bau des Teltowkanals durch Kronprinz August Wilhelm. Bereits 1901 wurde der Grundstein für die Schleu­se in Kleinmachnow gelegt. Nur fünf Jahre später wurde sie durch Kaiser Wilhelm II. feierlich eröffnet. Das war ein Grund zum Jubeln! Von Anfang an war sie ein beliebtes Ausflugsziel für Berliner und Bran­denburger. Die vielen Besucher kamen erst mit der Kutsche und später mit dem Auto. Und seit 1905 kamen sie aus Berlin bis zur Schleuse mit der Straßenbahn. Derart gut besucht, bekam Kleinmachnow sogar den Titel „Naherholungszentrum erster Ordnung“ zugesprochen. Kein Wunder, oder? Auch der Schiffsverkehr nahm ständig zu. Deshalb wurde 1939 eine drit­te Schleusenkammer gebaut. Mit den Abmaßen von 85 Meter Länge und 12 Meter Breite konnten nun Schiffe bis 1000 Tonnen geschleust werden. Imposant, finden Sie nicht. Ab 1943 wuchs die Gefahr durch die Bombenangriffe auf Berlin und Umgebung. Deshalb füllten wir die neu ge­baute Nordkammer mit Kies und vor das Obertor der Südkammer setzten wir eine Spundwand. Zum Glück blieb die Schleusenanlage von Bombenabwürfen fast unversehrt. Doch 1948 wurde der Schleusenbetrieb durch die Sperrung des Teltowkanals eingestellt und erst rund 30 Jahre später wieder auf­genommen. Seit 2005 ist die Schleu­senbrücke wieder befahrbar.

Straßenbahn 96

Der Straßenbahnwagen stammt aus dem Jahr 1938. Er ist ein Teil der Bahn Nummer 96, die einst die Behrenstraße in Berlin Mitte und Tempelhof mit Teltow, Stahnsdorf und Kleinmachnow verband. 1887 wurde eine 5 km lange Straßenbahnstrecke von Groß-Lichterfelde, heute heißt es Lichterfelde-Ost, nach Teltow gebaut. Sie war zunächst eingleisig und benötigte eine Fahrzeit von 30 Minuten. Vier Jahre später wurde die Strecke dann bis Stahnsdorf und 1905 bis zur Machnower Schleuse verlängert. Sehr kraftvoll fuhren die Dampffahrzeuge damals nicht gerade. die leichte Steigung in Seehof konnte nicht immer sofort genommen werden. Deshalb wurde die Bahn von uns auch als „Lahme Ente” bezeichnet. Zum Glück wurde die Bahn dann 1907 auf elektrischen Betrieb umgestellt. Ab 1930 fuhr sie dann als Linie 96. Doch mit dem Bau der Berliner Mauer wurde der Straßenbahnbetrieb leider eingestellt. Heute steht der Straßenbahnwagen nahe der Kleinmachnower Schleuse und kann dort besichtigt werden.

Dreilinden

1909 wurde die sogenannte „Kolonie Dreilin­den GmbH“ ins Berliner Handels­register eingetragen. Stellen Sie sich vor, das gesam­te Gebiet westlich des Stahnsdorfer Damms sollte damals in eine Villenkolonie ver­wandelt werden. Allerdings wurde bis 1913 nur die Station Dreilinden an der „Friedhofsbahn“ Wannsee –Stahnsdorf gebaut. Erst ab 1922 begann die Besiedlung der Kolo­nie. Nach dem Bau der „Mau­er“ war der Ortsteil Sperrgebiet und so von der Um­gebung isoliert. Damals befanden sich dort drei Grenzübergangsstel­len. An diese Zeit erinnern heute nur noch zwei ehemalige Wachtürme. Einer der Türme steht im Europ­arc Dreilinden und ein anderer auf dem Gelän­de des „Hotel und City-Camping“ am Bäkehang. Doch lassen Sie uns nun von diesem traurigen Kapitel deutscher Geschichte in die Gegenwart wandern. Wir möchten Ihnen gern die von hier aus führenden reiz­vollen Wanderwege in Richtung Wann­see empfehlen. Dort gibt es zwar das Jagdhaus Drei­linden nicht mehr. Dafür laden aber die Försterei gleichen Namens und andere Sehenswürdigkeiten zum Entdecken ein. Haben Sie nicht Lust bekommen?

Südwestkirchhof Stahnsdorf

"Ein Stück märkischen Waldes, parkartig behandelt, die Gräberplätze weit auseinander, herrlich, schön, friedlich." Mit diesen Worten beschreibt Victor Klemperer einen Ort, der in Deutschland, ja sogar in Europa seines Gleichen sucht. Beschrieben ist der Südwestkirchhof Stahnsdorf, ein Friedhof der weit mehr ist als ein Ort der Bestattung. Wie in einem Freiluftmuseum ist dort die Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts mit all ihren Höhen und Tiefen dokumentiert. Der Südwestkirchhof Stahnsdorf ist ein aufgeschlagenes Geschichtsbuch, in dem man etwas über Menschen erfahren kann die dort zu Grabe getragen wurden denn: ohne Siemens kein elektrischer Aufzug, ohne Langenscheidt kein Fremdwörterbuch, ohne Ludwig Schuch kein "Wintergarten", ohne Carl Ludwig Schleich keine Anästhesie, ohne Zille kein "Milljöh", ohne Ralph Arthur Roberts keine "Reeperbahn nachts um halb eins", ohne Lovis Corinth keine Walchenseelandschaften, ohne Ullstein keine BZ, ohne Gustav Kadelburg kein "Weißes Rößl", ohne Julius Wissinger kein Mäzenatentum und ohne Elisabeth Baronin von Ardenne keine "Effi Briest". Als um 1900 der Platz auf den Berliner Kirchhöfen knapp wurde, musste die Evangelische Kirche Friedhöfe "jot we de" schaffen. Sie kaufte südlich des Teltowkanals 206 Hektar Wald und Ackerland, auf dem die 21 evangelischen Gemeinden Berlins und Brandenburgs ihr Begräbnisland erhielten. Damit die Berliner dorthinaus bequem reisen konnten, baute die Kirche vom S-Bahnhof Wannsee eine "Friedhofsbahn" mit den Stationen Dreilinden und Friedhof-Stahnsdorf. Die erste S-Bahn fuhr am 3. Juni 1913, die letzte am 13. August 1961. Mit dem „Südwestkirchhof der Berliner Stadtsynode“ hat der Garteningenieur Louis Meyer 1909 ein Meisterwerk vollbracht. Er gestaltete eine beeindruckende Verbindung von Landschaftspark und Friedhofsarchitektur. Obwohl das Gelände mit einem enormen Baumbestand aufwartete, wurden noch Tausende von Birken, Ahorne, und Buchen gepflanzt. Efeu, Eibe, Buchsbaum, Wacholder, Rhododendren kamen als Symbole für Unsterblichkeit hinzu. Das Immergrün hat inzwischen von Steinen, Hölzern, Skulpturen, Mausoleen, Kolonnaden, Treppen und Stufen Besitz ergriffen. Eine Synthese aus Landschaft und Architektur hat ein faszinierendes Gesamtkunstwerk entstehen lassen - ein Ort der Superlative: einer der größten Waldfriedhöfe mit bedeutenden Denkmalen der Bestattungskunst und Ruhestätten herausragender Persönlichkeiten. Der Ort lag über Jahrzehnte im Dornröschenschlaf. Als Tourist kam man in den Mauerjahren nicht hin und als toter Berliner durfte man sich auf dem eigenen Gemeindefriedhof nur nach Genehmigung durch den Rat des Bezirkes Potsdam beerdigen lassen. Was für die Langenscheidts, Ullsteins und Zilles "In" war, war für die West-Berliner nun "Out". Stahnsdorf gehört neben Venedigs Toteninsel San Michele, dem Wiener Zentralfriedhof und Père Lachaise in Paris zweifellos zu den Grandhotels der internationalen Begräbnisstätten. Was dort längst zur touristischen Pflicht gehört, muss sich hier erst wieder herumsprechen. Vor den Toren der Hauptstadt wurde manches bewahrt, was mit der Zeit an den Rand oder gar in Vergessenheit geraten ist. Der Ort strahlt Unbeschwertheit aus. Wege und Alleen laden zum Flanieren ein, Lichtungen und Plätze zum Verweilen. Immer wieder geben Sichtachsen den Blick auf Wälder, Felder und Heide frei. Die norwegische Holzkirche im Jugendstil, Denkmale, Wetterhäuschen, Brunnen und Plastiken erfreuen das Auge - ein Friedhof und doch auch kein Friedhof, ein Ort, dessen Atmosphäre noch jeden Besucher beeindruckt. "Wenn ick mal tot bin, is mein schönster Tach", würde die Diseuse Blandine Ebinger singen. Robert Musil brachte es bereits auf den Punkt: „Auch Denkmäler sollten sich heute, wie wir es alle tun müssen, etwas mehr anstrengen! Ruhig am Wege stehn und sich Blicke schenken lassen, könnte jeder; wir dürfen heute von einem Monument mehr verlangen.“ Heute ist es der Förderverein Südwestkirchhof Stahnsdorf e.V. der regelmäßig Führungen über die Anlage veranstaltet und die Besucher zu den Gräbern der Komponisten Hugo Distler, Engelbert Humperdinck, Jean Kurt Forest, Ralph-Arthur Roberts und Richard Eilenberg, der Verleger Gustav Langenscheidt und Louis-Ferdinand Ullstein, der Künstler Lovis Corinth, Heinrich Ilgenfritz und Heinrich Zille, der Schauspieler Max Adalbert und Joachim Gottschalk, Emanuel Reicher und Oscar Sauer, der Journalisten, Schriftsteller und Übersetzer Siegfried Jacobsohn, Gustav Kadelburg, Friedrich von Oppeln-Bronikowski, Paul F. Schlesinger "Sling" und August Stramm, der Erfinder und Entdecker Georg Graf von Arco, Karl-Ludwig Schleich und Werner von Siemens, der Widerstandskämpfer Rudolf Breitscheid und Hanno Günther, der Kirchenleute Georg Stuhlfauth und Friedrich Weißler, des Naturschützers Hugo Conwentz, des Direktors des Wintergarten Ludwig Schuch, des Filmregisseurs F. W. Murnau und schließlich zu Elisabeth Baronin von Ardenne deren Lebensgeschichte Theodor Fontane für "Effi Briest" diente, führt. So viele Namen, so viele Geschichten, so viele Erinnerungen. Ein Kulturdenkmal welches ohne die Unterstützung interessierter Menschen langfristig nicht erhalten werden kann. Deshalb versucht der Förderverein des Südwestkirchhofs die Geschichte dieses Ortes näher zu bringen und damit Sensibilität zu wecken. Nur durch eine Mitgliedschaft im Förderverein und zusätzliche finanzielle Unterstützungen wird es dem Verein gelingen, dieses Kleinod zu erhalten.

www.suedwestkirchhof.de

 

 

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